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Ich schmecke gerade Lebendigkeit

  • 11. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

In den letzten Tagen ist etwas in mir klar geworden.


Nicht als neue Methode.

Nicht als neue Ausbildung.

Nicht als neue Positionierung.

Sondern als Erkenntnis.


Die letzten sechs Jahre waren geprägt von Wandel.


Ich habe gelernt, überhaupt zu erkennen, was wirkt.

Ich habe meine Herkunft betrachtet.

Muster und Glaubenssätze sichtbar gemacht.

Schutzstrategien entlarvt.


Ich habe verstanden, wie Anpassung entsteht und wie tief sie in unserem Leben wirken kann.


Dieser Weg war wichtig.

Er hat mich geprägt.

Er hat mich zu der Frau gemacht, die ich heute bin.


Gleichzeitig spüre ich, dass sich etwas verändert.


Immer weniger interessiert mich die Frage:

  • Warum bin ich so?

  • Warum habe ich mich angepasst?

  • Was ist damals passiert?


Diese Fragen hatten ihren Platz.

Die Erkenntnisse daraus: Meine Aha's für die Selbstheilung.

Doch sie stehen nicht mehr gleich im Zentrum.



Eine andere Frage tritt nach vorne:


Was werde ich JETZT mit dem Leben tun, das mir geschenkt wurde?


Die Suche nach der Essenz


Lange dachte ich, ich sei auf der Suche nach meiner Essenz.

Nach dem Sinn. Nach meiner Berufung.

Heute sehe ich das anders.


Die letzten sechs Jahre waren nicht die Suche nach meiner Essenz.

Sie waren die langsame Entfernung all dessen, was sie verdeckt hat.


Schicht für Schicht.


Rolle für Rolle.


Geschichte für Geschichte.


Nicht damit etwas Neues entsteht.

Sondern damit sichtbar wird, was längst da war.



Die Frau, die ich einmal war


Heute muss ich nichts bekämpfen.

Nicht meine Geschichte.

Nicht meine Wunden.

Nicht die Frau, die ich einmal war.


Ich darf ihr danken.


Sie hat getan, was sie tun musste.


Sie hat getragen, geschützt, angepasst, funktioniert und durchgehalten.

Ohne sie wäre ich nicht hier.


Doch ich muss nicht länger aus ihr heraus leben.


Wie eine Kaiserin, die ihre Vergangenheit ehrt, aber nicht mehr aus ihr regiert.

Der Tanz als Tor


Vielleicht ist es kein Zufall, dass mich der Tanz seit über zwanzig Jahren begleitet.

Früher faszinierte mich Technik. Wettbewerb. Exakte Ausführung jeder Figur. "Lächeln nicht vergessen - schliesslich wirst du bewertet."


Heute berührt mich etwas anderes.

Präsenz.

Verbindung.

Lebendigkeit.


Der Moment, in dem Menschen aufhören, eine Choreografie abzuspulen und beginnen, einander wirklich zu begegnen.

Genau darin erkenne ich inzwischen auch meine Arbeit.


Der Tanz ist für mich kein Hobby.


Er ist ein Tor.

Ein Tor zurück in die Körperin.


Zur Wahrheit.

Zur Würde.

Zur Lebendigkeit.


Nicht weil wir Frauen tanzen lernen müssen. Sondern weil Bewegung uns dorthin zurückführt, wo das Leben bereits auf uns wartet.



Was mich heute bewegt


Mich interessieren zunehmend andere Fragen:

  • Wie wird eine Frau (wieder) lebendig?

  • Wie erinnert sie sich an ihre Würde?

  • An ihre Wildheit?

  • An ihre Selbstwirksamkeit?

  • Wie beginnt sie, ihr Leben nicht nur zu verstehen, sondern zu leben?


Vielleicht ist genau das die Bewegung, die sich in meinen Räumen immer stärker zeigen möchte.


Nicht weg von der Tiefe.

Nicht weg von den Erkenntnissen.

Sondern hinein ins Leben.

Im Hier und Jetzt.


Denn das Leben wartet nicht darauf, verstanden zu werden. Es möchte gelebt werden.


Und meine Liebe, was möchte durch dich endlich lebendig werden?

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