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Der Leuchtturm und das schwankende Boot

  • 16. Mai
  • 1 Min. Lesezeit

Ein Leuchtturm beginnt nicht zu schwanken, nur weil das Meer unruhig wird oder Wolken aufziehen.


Und doch verlassen viele Frauen ihre innere Ausrichtung, sobald es im Aussen wackelt.


Nicht laut. Nicht bewusst.


Kleine Wellen setzen sich in Gang — weg von sich selbst.


Vielleicht kennst du diesen Moment:

Du spürst etwas in dir. Ein Nein. Eine Irritation. Müdigkeit. Spannung.


Noch bevor du wirklich bei dir ankommst, beginnst du dich bereits auszurichten: Am Gegenüber, an der Stimmung, an dem, was gerade gebraucht wird.

Du hältst. Beruhigst. Erklärst. Trägst mit.

Nicht, weil du schwach bist.

Sondern weil dein System irgendwann gelernt hat, dass genau darin Sicherheit liegt.


Für mich beginnt Veränderung dort, wo eine Frau bemerkt, wann sie ihren Leuchtturm verlässt und unbewusst ins schwankende Boot steigt.


Nicht um sich dafür zu verurteilen.

Sondern um sich wieder zu erinnern und neu zu ordnen.


Denn der Leuchtturm kämpft nicht gegen den Sturm.

Er bleibt. Auf seinem Fundament. In seiner Statik.


Vielleicht beginnt genau dort die Architektur des Herzens: Nicht darin, alles im Aussen zu beruhigen, sondern darin, bei dir zu bleiben, auch wenn es im Aussen unruhig wird.


Für mich ist das kein egoistischer Akt.

Sondern Liebe in ihrer reifsten Form: Dich selbst nicht länger zu verlassen, um Verbindung zu halten.


Vielleicht beginnt genau dort etwas Neues.

Nicht im Sturm.

Sondern in dem Moment, in dem du bemerkst, dass du längst ein Leuchtturm bist.


Ich sehe dich, meine Liebe.



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